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Lactoferrin im Stuhl bei Kindern und Jugendlichen

Frühdiagnostik und Verlaufskontrolle chronisch entzündlicher Darmerkrankungen bei Kindern und Jugendlichen (IBD)

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Hier können Sie das ausführliche Infoblatt einschließlich weiterer Tabellen und einem Literaturverzeichnis als pdf-Datei herunterladen.

Lactoferrin in der Frühdiagnostik von IBD bei Kindern und Jugendlichen

Die Diagnostik der chronisch entzündlichen Darmerkrankungen (IBD="inflammatory bowel disease"), Morbus Crohn und Colitis ulcerosa, stellt besonders hohe Ansprüche an den behandelnden Arzt. IBDs beeinflussen nicht nur das körperliche Befinden des erkrankten Kindes, sondern wirken sich auch auf das Wachstum und die Entwicklung aus. Nicht rechtzeitig behandelte Wachstumsstörungen sind irreversibel. Depressionen und Angststörungen sind bei Kindern häufiger als bei betroffenen Erwachsenen.
  • Immer mehr Kleinkinder sind betroffen.
  • Wußten Sie, dass 40 % der IBD-Patienten bereits vor dem 10. Lebensjahr erkranken?
  • Die Inzidenz für Kinder und Jugendliche liegt bei 5 pro 100.000 Einwohnern. Das sind pro Jahr etwa 800 (!) Neuerkrankungen im Kindesalter.
  • Die Erstdiagnose wird häufig erst 1-2 Jahre nach den ersten Symptomen gestellt - eine viel zu lange Zeit, um eine adäquate Therapie einzuleiten und drohende Wachstumsprobleme zu unterbinden.
Die Beschwerden - z.B. Bauchschmerzen, Durchfall, Gewichtsverlust - sind häufig in der Initialphase unspezifisch. Dies erschwert eine gezielte Diagnosestellung. So kommt das Leitsymptom Bauchschmerzen auch bei 10-15 % aller sonst gesunden Kinder vor. Eine wichtige diagnostische Maßnahme zur Feststellung der IBD, die Endoskopie, ist bei Kindern problematisch. Die Darmwand ist nur gering mechanisch belastbar. Oft können Koloskopien nur unter Anästhesie durchgeführt werden.

Wie kann gerade der Hausarzt oder Kinderarzt, der den Patienten im Allgemeinen zuerst sieht, die Erstdiagnose verkürzen? Gibt es eine nicht invasive Methode, die bei Kindern weiterhelfen kann? Lactoferrin ist ein sehr stabiles Protein, das in neutrophilen Granulozyten vorkommt. Bei einer entzündlichen Infiltration der Darmmucosa kann Lactoferrin im Stuhl nachgewiesen werden und weist dann auf eine Entzündungsreaktion hin.

Bei einem erkrankten Kind mit erhöhtem Lactoferrin im Stuhl muß die Ursache differentialdiagnostisch weiter abgeklärt werden. Sind infektiöse Ursachen ausgeschlossen, muß bei entsprechender Symptomatik das Vorliegen einer IBD in Erwägung gezogen werden. Ein einfacher Stuhltest kann Ihnen also den ersten Hinweis auf eine chronisch entzündlichen Darmerkrankung geben. Die Bestimmung von Lactoferrin im Stuhl kann im Rahmen der notwendigen mikrobiologischen Differentialdiagnostik aus der selben Stuhlprobe durchgeführt werden. Hier kann dann die budgetbefreiende Ziffer 32006 zur Anwendung kommen.

Lactoferrin ist darüber hinaus ein guter Marker für die intestinale Entzündungsaktivität bei pädiatrischen Patienten mit IBD: unter erfolgreicher Therapie fällt das Lactoferrin auf Kontrollwerte zurück, so dass der Test sehr gut zur Begleitung der Therapie und frühzeitigen Erkennung eines erneuten Schubs geeignet ist. Die invasive Diagnostik kann reduziert werden.


Probenmaterial, Probenhaltbarkeit

Lactoferrin im Stuhl ausgesprochen stabil und in der nativen, ungekühlten und unbehandelten Probe einige Tage lang praktisch unverändert nachweisbar. Ein Postversand ins Labor ist daher unproblematisch. Bei längerer Lagerung wird Kühlung oder Einfrieren der Probe empfohlen. Der Labornachweis erfolgt in einem durch geeignete Standards quantifizierten Mikrotiter-ELISA-Test.



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