Indikation, Vorteile, Referenzkonzentration, Genauigkeit und Empfindlichkeit, Methode, Probenmaterial, Kurzanleitung
Indikation
Diagnose/Ausschluss einer exokrinen Pankreasinsuffizienz verursacht durch Pankreasatrophie, Pankreastumoren, chronische Pankreatitis, Spasmen, Parasiten, Steine.
Vorteile
Im Vergleich zu den gebräuchlichen Parametern der Pankreasfunktionsdiagnostik beim Hund bietet die quantitative Bestimmung der caninen pankreatischen Elastase 1 entscheidende Vorteile:
- Der Test ist nicht radioaktiv. Ein Isotopenlabor ist nicht erforderlich.
- Gegenüber der TLI-Bestimmung hat die Messung der caninen Elastase 1 den Vorteil, dass akute Schübe im Rahmen einer chronischen Pankreatitis nicht zu falsch normalen Werten führen.
- E1 ist absolut pankreasspezifisch.
- E1 ist darmstabil, d.h. die Konzentration der E1 im Faeces spiegelt in idealer Weise die Sekretionsleistung des Pankreas wider (Diagnose oder Ausschluß einer Pankreasinsuffizienz).
- Eine Substitutionstherapie hat keinen Einfluß auf das Testergebnis. Die im Test verwendeten monoklonalen Antikörper erkennen tierartspezifisch ausschliesslich E1 des Hundes. Eine Kreuzreaktion mit den in Substitutionspräparaten enthaltenen Elastasen aus Schwein und Rind wurde nicht gefunden.
- Eine besondere Vorbereitung der Patienten wie die Unterbrechung einer Substitutionstherapie bei der Chymotrypsinaktivitätsmessung oder ein 12-stündiges Fasten wie vor der TLI-Bestimmung ist nicht erforderlich.
Referenzkonzentration (vorl?ufig)
Werte größer 40 µg/g Faeces weisen auf eine normale exokrine Pankreasfunktion hin.
Werte kleiner 10 µg/g Faeces weisen auf eine schwere exokrine Pankreasinsuffizienz hin.
Werte im übergangsbereich 10 - 40 µg/g Faeces können auf eine frühe sich entwickelnde Pankreasinsuffizienz hinweisen.
Hohe Genauigkeit und Empfindlichkeit
Für eine klinisch manifeste Pankreasinsuffizienz (Cut off < 10 µg/g)
Spezifität: 92% Sensitivität: 95%
Methode
Sandwich ELISA mit 96 Kavitäten.
Probenmaterial
- Eine erbsengroße Kotprobe genügt.
- Wegen der hohen Stabilität der Probe ist problemloser Postversand möglich.
- Substitutionstherapie hat keinen Einfluss auf das Testergebnis.
Kurzanleitung für den routinierten Anwender
Wichtig: Die Kurzanleitung ersetzt nicht die ausführliche und detaillierte Testanleitung!
- Vorbereitung des Proben-/Waschpuffers und des Extraktionspuffers
- Faeces mit Extraktionspuffer homogenisieren/extrahieren in Proben-/Waschpuffer verdünnen
- je 50 µl Blank, Standards, positive Kontrolle und Proben als Doppelbestimmung in ELISA-Platte pipettieren
- 60 Minuten bei Raumtemperatur inkubieren
- Waschen
- je 50 µl anti E1-bio (1:100)
- 30 Minuten bei Raumtemperatur inkubieren
- Waschen
- je 50 µl POD-Streptavidin (gebrauchsfertig)
- 30 Minuten bei Raumtemperatur im Dunkeln inkubieren
- Waschen
- 100 µl TMB-Substratlösung (gebrauchsfertig)
- 20 Minuten bei Raumtemperatur im Dunkeln inkubieren
- Zugabe von 100 µl Stopplösung (gebrauchsfertig)
- Nach 5 - 30 Minuten Extinktionsbestimmung bei OD 450 oder OD 450 - OD 620
- Auswertung mittels Standardkurve auf log-log-Skalierung